Online-Dating ist für viele Menschen ein selbstverständlicher Weg, neue Kontakte zu knüpfen. Wie überall im Netz gilt aber auch hier: Ein gesundes Maß an Vorsicht schützt vor unangenehmen Erfahrungen. Das betrifft den Umgang mit persönlichen Daten ebenso wie das erste Treffen und den Schutz vor Betrügern. Dieser Ratgeber zur Online Dating Sicherheit zeigt Ihnen, worauf Sie achten sollten, welche Rechte Sie gegenüber den Anbietern haben und wo Sie Hilfe bekommen.
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Die richtige Plattform wählen
Sicherheit beginnt bei der Wahl des Anbieters. Seriöse Singlebörsen haben ein vollständiges Impressum, eine verständliche Datenschutzerklärung und transparente Preise. Sie prüfen neue Profile, bieten eine Meldefunktion und reagieren auf Hinweise. Auch eine Profilverifizierung, etwa per Selfie, ist ein gutes Zeichen. Woran Sie seriöse kostenlose Angebote erkennen, erläutern wir ausführlich im Ratgeber zur seriösen kostenlosen Partnersuche.
Was Sie nicht teilen sollten
Im Profil und in den ersten Nachrichten gilt: so viel Persönlichkeit wie möglich, so wenig identifizierende Daten wie nötig. Folgende Angaben sollten Sie zunächst für sich behalten:
- Nachname und vollständige Adresse
- Telefonnummer und private E-Mail-Adresse
- Arbeitgeber und genaue Arbeitszeiten
- Links zu privaten Social-Media-Profilen
- Bankdaten, Ausweiskopien oder Passwörter, und zwar grundsätzlich nie
- Intime Fotos oder Videos
Achten Sie auch auf Ihre Fotos. Ein Bild vor dem eigenen Haus, mit erkennbarem Autokennzeichen oder in Arbeitskleidung mit Firmenlogo verrät mehr, als Ihnen lieb ist. Verwenden Sie für Dating-Profile am besten Fotos, die nicht gleichzeitig öffentlich auf Ihren anderen Konten zu sehen sind. Für die Anmeldung kann zudem eine separate E-Mail-Adresse sinnvoll sein.
Ihre Rechte nach der DSGVO
Dating-Plattformen verarbeiten oft sehr persönliche Informationen. Angaben zur sexuellen Orientierung zählen sogar zu den besonders geschützten Kategorien personenbezogener Daten (Art. 9 DSGVO). Die Datenschutz-Grundverordnung gibt Ihnen gegenüber den Anbietern unter anderem folgende Rechte:
- Auskunft (Art. 15 DSGVO): Sie können erfahren, welche Daten über Sie gespeichert sind, zu welchem Zweck sie verarbeitet werden und an wen sie weitergegeben wurden. Dazu gehört auch eine Kopie der Daten.
- Berichtigung (Art. 16 DSGVO): Falsche Angaben müssen korrigiert werden.
- Löschung (Art. 17 DSGVO): Sie können verlangen, dass Ihre Daten gelöscht werden, etwa wenn Sie die Plattform nicht mehr nutzen und keine gesetzlichen Aufbewahrungspflichten entgegenstehen.
- Datenübertragbarkeit (Art. 20 DSGVO): Daten, die Sie selbst bereitgestellt haben, erhalten Sie in einem gängigen, maschinenlesbaren Format.
- Widerspruch (Art. 21 DSGVO): Insbesondere gegen die Nutzung Ihrer Daten für Direktwerbung können Sie jederzeit widersprechen.
- Beschwerde (Art. 77 DSGVO): Reagiert ein Anbieter nicht angemessen, können Sie sich bei einer Datenschutzaufsichtsbehörde beschweren, zum Beispiel bei der Behörde Ihres Bundeslandes.
Der Anbieter muss Ihren Antrag grundsätzlich innerhalb eines Monats beantworten. In komplexen Fällen kann diese Frist um weitere zwei Monate verlängert werden, worüber Sie informiert werden müssen. Eine formlose E-Mail an die in der Datenschutzerklärung genannte Adresse genügt für einen Antrag.
Das eigene Konto absichern
Auch Ihr Zugang zur Plattform verdient Schutz. Verwenden Sie für jede Singlebörse ein eigenes, starkes Passwort und aktivieren Sie, wenn angeboten, die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Melden Sie sich auf fremden oder gemeinsam genutzten Geräten nach jeder Nutzung ab. Seien Sie zudem misstrauisch bei E-Mails oder Nachrichten, die angeblich vom Anbieter stammen und Sie auffordern, sich über einen Link anzumelden oder Zahlungsdaten zu bestätigen. Rufen Sie die Webseite oder App in solchen Fällen lieber direkt auf, statt auf den Link zu klicken. Prüfen Sie außerdem in den Einstellungen, wer Ihr Profil sehen kann und ob es in Suchmaschinen auffindbar ist.
Sicher kommunizieren
Bleiben Sie für die ersten Gespräche auf der Plattform. Dort greifen Meldefunktionen und Sperrmöglichkeiten, und Sie müssen keine Telefonnummer preisgeben. Wer sehr schnell auf private Messenger drängt, verfolgt nicht immer gute Absichten. Ein kurzer Videoanruf vor dem ersten Treffen ist ein einfacher Weg, die Echtheit Ihres Gegenübers zu überprüfen. Weitere Hinweise auf unechte Kontakte finden Sie in unserem Ratgeber Fake-Profile erkennen.
Sicher treffen
- Treffen Sie sich beim ersten Mal an einem öffentlichen, belebten Ort.
- Reisen Sie selbstständig an und ab.
- Informieren Sie eine Vertrauensperson über Ort, Zeit und Namen Ihres Dates.
- Behalten Sie Ihr Getränk im Blick und trinken Sie maßvoll.
- Gehen Sie beim ersten Treffen nicht mit in die Wohnung Ihres Gegenübers und laden Sie es nicht zu sich ein.
- Vertrauen Sie Ihrem Bauchgefühl und brechen Sie das Treffen ab, wenn Ihnen etwas merkwürdig vorkommt.
In einer akuten Gefahrensituation wählen Sie den Polizeinotruf 110.
Love-Scamming und Sextortion erkennen
Beim Love-Scamming täuschen Betrüger eine Liebesbeziehung vor, um später Geld zu verlangen. Typisch sind schnelle Liebesschwüre, ausweichende Antworten bei Treffen oder Videoanrufen und schließlich eine dramatische Notlage. Eine andere Masche ist die Sextortion: Täter bringen ihr Opfer dazu, intime Bilder oder Videos zu schicken, und drohen anschließend mit deren Veröffentlichung, wenn nicht gezahlt wird.
In beiden Fällen gilt: Zahlen Sie nicht. Eine Zahlung beendet die Forderungen meist nicht, sondern führt häufig zu neuen. Brechen Sie den Kontakt ab, sichern Sie Beweise und holen Sie sich Unterstützung.
Wo Sie Betrug melden können
- Bei der Plattform: Melden Sie verdächtige Profile über die Meldefunktion, damit sie gesperrt werden können.
- Bei der Polizei: Strafanzeige können Sie bei jeder Polizeidienststelle oder online über die Onlinewache der Polizei Ihres Bundeslandes erstatten. Halten Sie Screenshots von Profil und Chats, Zahlungsbelege und Kontodaten der Täter bereit.
- Bei Ihrer Bank: Wenn Sie Geld überwiesen haben, informieren Sie sofort Ihre Bank.
- Bei Hilfsorganisationen: Opferhilfeeinrichtungen wie der Weiße Ring unterstützen Betroffene, auch emotional.
Wer sich gut informiert, kann Online-Dating entspannt genießen. Einen Überblick über Plattformen, die Sie kostenlos nutzen können, finden Sie in unserem Vergleich kostenloser Singlebörsen.
Häufige Fragen
Kann ich verlangen, dass eine Singlebörse meine Daten löscht?
Ja. Nach Art. 17 DSGVO können Sie die Löschung Ihrer personenbezogenen Daten verlangen, sofern keine gesetzlichen Aufbewahrungspflichten entgegenstehen. Der Anbieter muss grundsätzlich innerhalb eines Monats reagieren.
Wie kann ich Love-Scamming bei der Polizei anzeigen?
Sie können zu jeder Polizeidienststelle gehen oder die Onlinewache der Polizei Ihres Bundeslandes nutzen. Sichern Sie vorher Screenshots, Chatverläufe und Zahlungsbelege.
Ist es sicher, beim Online-Dating meine Telefonnummer weiterzugeben?
Warten Sie damit, bis Sie Ihr Gegenüber etwas besser kennen, idealerweise nach einem Videoanruf oder einem ersten Treffen. Bis dahin bieten die Chat- und Videofunktionen der Plattform mehr Schutz.
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